Alzeyer Winzerfest 2018

Alzey (as) – Die Zeit der Weinfeste in Rheinhessen ist vorbei, am Wochende beenden traditionell auch die Pfälzer in St. Martin mit dem Martinusfest ihre Weinfestsaison.
Für die Alzeyer gehört das Winzerfest zum jährlichen Highlight ihrer Festkultur.
Einige Änderungen wurden in den letzten Jahren eingeführt, von der Überdachung der Sektterasse mit der Schweinothek bis hin zum Feuerwerk an zwei verschiedenen Orten.
Doch nicht alles traf auf reine Zustimmung. Gerade das Feuerwerk sorgte immer wieder für Gesprächsstoff, aber auch Beschwerden um die angeblich gestiegenen Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel gingen in unserer Redaktion kurz nach dem Fest ein.

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“Früher hatte ich € 2.- für den Promillebus bezahlt – wenn ich heute von Flonheim nach Alzey aufs Winzerfest und zurück fahre, bin ich € 9.- los” schrieb uns Leserin Gaby W. und fügte auch gleich ein Fahrticket mit bei.
“Ich habe mitbekommen wie ein Schüler wieder ausstieg, da es ihm zu teuer sei und sein Monatsticket ungültig war, da es sich um eine Sonderfahrt handeln würde.” so ein anderer Leser.
Der Busfahrer habe auf Nachfrage zu verstehen gegeben, dasss die Preise so hoch seien, da die Zuschüsse der Stadt Alzey für den Promillebus weggefallen seien.

Wir fragten beim Alzeyer Bürgermeister nach.
“Die Stadt Alzey hat weder früher noch heute etwas mit dem Bustransfer zum Alzeyer Winzerfest zu tun, dies tut der Omnibuslinienbetreiber DB Regio, seit vielen Jahren. “ erklärte Burhard gegenüber der Alzeyer-Zeitung.

Bus-Tickets von Flonheim zum Winzerfest

Dies bestätigte auch Markus Eschold vom Verkehsmanagement der DB-Regio Bus: “Die Fahrpreise des „Promille-Busses“ zum Alzeyer Winzerfest richten sich nach den jeweiligen Tarifen der entsprechenden Verbünde. Diese sind üblicherweise jährlichen Anpassungen (i.d.R. Preissteigerungen) unterworfen.” erklärt Eschold.

So hätten sich die Ticketpreise von Flonheim nach Alzey beispielsweise von 3,40€ (2007) über 4,40€ (2017) bis 4,50€ (2018) entwickelt.
Einen Zuschuss der Stadt habe es zudem auch seines Wissens nach in der Vergangenheit nicht gegeben.

Auf dem Winzerfest selbst wird man Montags dann am Tag der Betriebe von einem, besser gesagt, zwei Feuerwerken illuminiert.
Hier gab es Leserbriefe, dass Handlungsbedarf herrschen würde, für einige ist der Zeitpunkt zu spät, für andere gar am falschen Tag, wir hatten daher unsere Leser einmal gefragt, wie sie denn dazu stehen – Feuerwerk verlegen, ja oder nein?

Tatsächlich stimmten 66% der ingesamt 167 abgegebenen Stimmen für eine Verlegung.

Christoph Burkhard kann die Aufregung darüber nicht verstehen.
“Das Feuerwerk viel früher abzubrennen macht wohl nicht wirklich Sinn. Ich finde: Da sollte man als Elternteil vielleicht einmal ein Auge zudrücken.”

Burkhard ergänzt: “Ich bin ja selbst Vater und nahm unsere Tochter bereits vor wenigen Jahren auch als Grundschulkind mit. Ein Feuerwerk soll ein Volksfest ja wohl auch eher beschließen…danach geht man in aller Regel heim!”

Allerdings vermisse auch der Bürgermeister den weggefallenen schulfreien Tag, wie es ihn in den 80er Jahren noch gab, jedoch obliegt die Festlegung der beweglichen Ferientagen den Schulleitungen.
“Alzey hat alleine 3 Gymnasien, daneben Realschule+, Volkerschule, Löwenschule, Berufsbildende Schule – pro Schuljahrgang geschätzt mehr als 700 Schüler in der Mittelstufe, wovon keine 200 Schüler eines Mittelstufenjahrgangs in Alzey wohnen dürften.” erklärt uns Burkhard.

So scheint es also dem Einzug in den rheinhessischen Raum geschuldet, dass die Eltern den Fokus nicht unbedingt auf das Alzeyer Winzefest legen, als vielmehr möglichst viele Brückentage abzudecken.

Zu bedenken sei auch, dass viele Pädagogen zum Großteil gar nicht in Alzey selbst wohnen, was die Situation weithin selbsterklärend machen dürfte “…wenn auch für mich als Alzeyer nur schwer verdaulich, „denn wää en echde Alser iss…“ (aus dem Alser Lied).” betonte der Alzeyer Bürgermeister abschließend.

Das Alzeyer Winzerfest 2019 wird übrigens vom 20. bis 24. September stattfinden.

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