Symbolbild ASB-Einsatzfahrzeug

Alzey (as) – Gibt der Arbeiter-Samariter-Bund keine Erste-Hilfe-Kurse mehr für AfD-Mitglieder? So dachten wohl einige Alzeyer-Zeitung-Leser, die sich mit dieser Frage an unsere Redaktion wandten.
Doch wie kommt es zu solch´ einer Frage?

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In den sozialen Netzwerken kursiert derzeit eine Stellungnahme des ASB-Bundesgeschäftsführers Ulrich Bauch, der für diese Verwirrung sorgt:

Darin gibt er an, dass keinem AfD-Mitglied die Hilfe verweigert werden würde, aber der Wertekodex des Verbands verhindere eine engere Zusammenarbeit.
„Dazu kann auch gehören, die Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen für die AfD-Bundestagsfraktion abzulehnen“, so der Bundesgeschäftsführer.

Die Alzeyer Zeitung sprach mit Dirk Beyer, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des ASB Kreisverbandes Worms-Alzey.

“Keiner muss das Parteibuch vorlegen”

Herr Beyer betonte, dass keiner das Parteibuch vorlegen muss, sobald er einen Erste-Hilfe-Kurs bucht oder besucht.
“Bei der Anzahl der AfD-Wähler und Mitglieder, war sicherlich auch schon das ein- oder andere AfD-Mitglied dabei” so Beyer.

“Allerdings könne im Einzelfall durchaus geprüft werden, ob eine Zusammenarbeit bzw. eine Geschäftsbeziehung mit dem ASB-Kreisverband sinnvoll erscheint und möglich ist.” fügt er hinzu.

“Ich kenne die Hintergründe der Bundesanfrage auch nicht, ob nur einzelne Abgeordnete ausgebildet werden sollten, oder ob ein Rahmenvertrag mit der Fraktion abgeschlossen werden solle.”, so Beyer.

“Es ist jedoch verwunderlich, dass die AfD-Fraktion ausgerechnet den ASB für die geschäftliche Zusammenarbeit ausgesucht habe, bei der Vielzahl an Verbänden und privaten Anbietern.” erklärt der Pressesprecher weiter und vermutet offensichtlich ein politisches Kalkül, damit die AfD schnell wieder in eine “Opferrolle” schlüpfen könne.

Betrachtet man die Geschäftsstruktur des ASB, kann diese Vermutung nachvollzogen werden – so ist der Bundesvorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes kein geringerer als der SPD-Europa-Abgeordnete Knut Fleckenstein aus Hamburg. Präsident des Verbandes ist der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering.
Hat man also auf eine Ablehnung bewusst spekuliert?

Eine Überprüfung kann durchaus erfolgen

Auf Nachfrage der Alzeyer-Zeitung, wie der Ablauf wäre, wenn nun konkret ein AfD-Orstverband einen Erste-Hilfe-Kurs beim ASB-Kreisverband Worms-Alzey belegen wollen würde, gab er zu verstehen, dass man “konkret prüfen müsse, ob die politischen Vorstellungen und Ansichten noch mit unserem Verband in Einklang zu bringen seien.”
Wir hakten nach, ob dies denn auch bei einer Anfrage eines anderen Orstverbandes, z.B. den Grünen oder der Linken der Fall sei, da es sicherlich auch hier einige Ansichten gibt, die bereits öffentlich heiß diskutiert werden und alles andere als unstrittig seien.
“Auch hier würden wir dann wohl prüfen.” so der Pressesprecher

“Auf jeden Fall möchte ich eines klar festhalten, es wird keiner liegen gelassen bzw. die Hilfe verweigert, wer Hilfe braucht wird von uns Hilfe bekommen”, fügte Beyer abschließend hinzu.

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